Atlaskorrektur – Erfahrungsbericht

Vor kurzem habe ich eine Atlastherapie bzw. Atlaskorrektur durchführen lassen. Geschehen ist dies bei Herrn Flick (www.atlaspraxis.de), welcher Atlasprofilax nach Schümperli durchführt. Doch zunächst:

Was ist die Atlaskorrektur?

Der Atlas ist oberste Halswirbel. Dieser hält den Kopf an seinem Platz und ermöglicht es uns eben diesen zu drehen. Bei vielen Menschen sitztder Atlas jedoch nicht 100% korrekt an seinem Platz, sondern ist leicht verschoben.  An dieser Stelle verweise ich auf mein Röntgenbild, auf welchem dies recht deutlich zu sehen ist:

atlas-roentgenbild

Auf dem Bild kann man erkennen, dass der Atlas an der rechten Seite (im Bild links) dichter am Schädelknochen sitzt als links.

Die Vorteile der Atlaskorrektur sind vielfältig. Hier eine kleine Liste von Problemen, welche eventuell gelöst werden können:

  • Kopfschmerzen (auch Migräne)
  • Verspannungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Rückenschmerzen

Aber die Auswirkungen können auch an ganz anderen Stellen spürbar sein, wie zum Beispiel bei Fehlstellungen der Beine, Kieferproblemen oder grundsätzlichen Haltungsproblemen. Helfen kann übrigens auch eine gute Matratze, siehe unser Artikel über Rückenprobleme.

Bei der Atlastherapie unterscheidet man zunächst nach Arlen und nach Schümperli. Beide Verfahren können den Atlas korregieren. Die Atlaskorrektur nach Arlen funktioniert mittels eines Impulses, welcher mittels des Fingers auf den Atlas gegeben wird. Normalerweise wird dies an drei Terminen jeweils dreimal durchgeführt. Dies habe ich bei mir ebenfalls durchführen lassen, hatte jedoch keine Auswirkungen soweit ich es feststellen konnte. Interessant war es dennoch, die Arme kribbeln zum Beispiel bei den ersten Impulsen. Eine umfassende Erklärung finden sich hier.

Die Atlaskorrektur nach Schümperli funktioniert anders. Und angeblich besser, sollen hier größere Fehlstellungen behoben werden können als nach Arlen. Genutzt werden hierbei spezielle Massagegeräte. Eine gute Erklärung findet sich im folgenden Video, danach erfolgt dann der persöhnliche Erfahrungsbericht.

 

Der Termin der Atlaskorrektur

Der Termin lief sehr angenehm ab. Ich hatte ein langes ausführliches Gespräch mit dem Therapeuten. Hier wurden neben dem Problemen im Nacken / Rücken auch weitere Punkte besprochen wie zum Beispiel mögliche Kiefer- oder generelle Haltungsprobleme. So wurde bei mir auch ein Beckenschiefstand und ein daraus resultierendes „kürzeres“ Bein festgestellt. Auch diese Probleme kann die Atlaskorrektur beheben. Wohlgemerkt kann.

Die Behandlung selbst geht in zwei Schritten. Zunächst gibt es mit einem speziellen Massagegerät eine Nacken- und Rückenmassage, ca. 10-15 Minuten lang. Diese lockert die Muskeln. Danach wird ein weiteres, ähnliches Gerät genutzt , welches ebenfalls leicht massiert und mit den Schwingungen den Atlas langsam wieder in Position rückt.

Dauer insgesamt ca. eine Stunde.

Die Muskeln melden sich den Tag über immer wieder leicht, grundsätzlich gab es aber keine Probleme.

Die Woche nach der Behandlung

Die Woche direkt im Anschluss war eigentlich ok. Am Tag selbst war der Nacken wunderbar frei und der Kopf schön beweglich. Dies wurde jedoch bereits zum Abend wieder schlechter. Die ersten 1-2 Tage danach hatte ich Muskelkater, dieser ging jedoch schnell wieder vorbei.

Die zweite Behandlung bzw. Massage

Nach einer Woche kam bereits die zweite Behandlung, wobei es jedoch eher eine weitere Massage mit dem Massagegerät war. Untersucht wurde ich diesmal von einer Schwester, welche auch den Nacken und den Atlas abtastete. Schien alles soweit ok, also Massage. Nach 10-15 Minuten wieder ein komisches Gefühl, nochmal einschmieren mit Wärmeöl und ab wieder zur Arbeit.

Nun kamen die Probleme. Wie angekündigt, denn die Schwester warnte mich vor, es könnte der Punkt kommen, an dem ich mich ärgern würde, dass ich die Behandlung mache. Und dieser Tag kam.. und der nächste auch und der nächste…

Das Problem war teilweise aber sicherlich hausgemacht, denn ich hatte viel Stress auf der Arbeit und sehr lange Tage. Also eine größere Belastung als sonst und dazu die Muskeln die irgendwie arbeiten.

Was war genau los? Ich bekam Verspannungen und morgens Kopfschmerzen und teilweise sogar Rückenschmerzen. Dies ging knapp eine Woche so., Heute ist Tag 8 und es wird besser. Die nächsten Tage schreibe ich ein Update.

Fazit

Aktuell nur ein vorläufiges Fazit… mal schauen wie es mir nach 2 Monaten oder längerer Zeit geht. Bis jetzt merke ich recht wenig, außer, dass die Muskeln viel Arbeiten. Aber immer fest dran glauben, dann wirds auch.

Update:
Nach fast einem halben Jahr nochmal ein Update zur Atlaskorrektur. Was hat sich getan, wie verhält sich der Rücken? Tatsächlich hat sich nicht so viel getan. Positiv aufgefallen ist mir, dass ich weniger Verspannungen nach langen Nächten (mehr als 10h geschlafen) habe. Dies war früher nahezu immer ein Problem und es gab immer Kopfschmerzen. Ist inzwischen nur noch selten der Fall. Daher bin ich auf jeden Fall zufrieden mit der Atlasbehandlung. Andere Auswirkungen habe ich bisher leider nicht spüren können.

Ein weiterer Erfahrungsbericht findet sich bei der taz wieder. Zudem noch ein Bericht beim Frank, durch den ich auf das Thema überhaupt erst aufmerksam wurde, danke an dieser Stelle.

9 Gedanken zu “Atlaskorrektur – Erfahrungsbericht

  1. Nie wieder! Ich habe vor einigen Jahren diese Behandlung bei mir durchführen lassen. Die ersten Tage ging es mir noch einigermaßen gut. Was dann kam, war einfach nur noch unerträglich. Mir ging es tagelang dermaßen schlecht, dass ich am liebsten gestorben wäre. Nie wieder möchte ich sowas Schlimmes an Schmerzen und Dauerkrampf im Kopf und Nacken erleben! Das war einfach nur grausam. Es ging gar nichts mehr. Nicht mal das Liegen im Bett war zu ertragen. Wie oft ich da in die heiße Badewanne gestiegen bin, um es einigermaßen aushalten zu können. Ich war so benebelt im Kopf, konnte keinen klaren Gedanken fassen, hätte am liebsten nur Schreiben können vor elenden Schmerzen. Wahrscheinlich waren sämtliche Nerven irritiert. Ich rief den Atlasprofilax-Therapeuten fast jeden Tag an, weil ich nicht mehr weiter wusste. Es hieß immer, ich sei einer dieser seltenen Fälle, denen es so gehen kann, ich solle oft ein heißes, basisches Bad nehmen. Es war einfach nur grausam, das erleben zu müssen. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Und jetzt nach einigen Jahren steh ich wieder vor dem gleichen Problem, dass der Atlas wieder korrigiert werden müsste und forsche lieber nach, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt, als diese schlimme Zeit nochmal erleben zu müssen. Das würde ich nicht nochmal durchstehen.

  2. Im September 2015 wurde bei mir eine Atlas-Korrektur vorgenommen. Eine Besserung der bis dato bestehenden Beschwerden (Drehschwindel, rechtsseitige Dauer-Schmerzen im HWS-Bereich) war geringfügig.
    Es soll schlimmer kommen:
    4 Wochen nach der Behandlung treten erstmals Blockaden in HWS uns BWS auf, mit den entsprechenden unerträglichen Beschwerden, die mein Leben seither begleiten. Mit krankengymnastischen Übungen, Osteopathie, infolge regelmäßigen Behandlungen durch den Hausarzt (Einrenken/ Blockaden lösen) und verschiedensten Medikamenten bin ich bis heute noch bemüht, mit diesen Beschwerden fertig zu werden. Leider sind diese Blockaden nur kurzfristig zu beeinflussen und leider ist kein diesbezüglich erfahrener Ansprechpartner zu finden, der Rat erteilt. Entsprechend: ein Leben ohne Wert.
    Es gibt nichts, das ich mehr bereue, als den Schritt zu dieser Behandung.

  3. @Schanella
    Welche Methode hast du durchführen lassen? Nach Schümperli oder Arlen?
    Vielleicht war dein Atlasprofi nicht gut genug ausgebildet? Oft hilft es ja, mal den Arzt zu wechseln

    @Inge
    Selbst Frage an dich, welches Verfahren wurde genutzt?
    Und was sagt dein Atlasprofi dazu? Hier scheint etwas gewaltig schief gegangen zu sein?
    Vom Hausarzt einrenken lassen hört sich auch komisch an, ist es ein ausgebildeter Chiropraktiker?

  4. Hallo Besserwisser,
    aus rechtlichen Gründen ganz knapp: Atlasreflextherapie, auf Anraten eines HNO.
    Auf meine erste Rückmeldung an den Therapeuten, Ende Oktober, erhielt ich die Info:
    „Sie sollten die Sache etwas abwarten, beobachten vielleicht auch mal eine leichte Massage machen. Ansonsten natürlich einen Arzt aufsuchen, denn man kann und darf natürlich auch nicht alles auf den Atlas zurück führen!!!!“
    Meine Email im Mai 2016 wurde nicht beantwortet. Vielleicht erhalte ich auf eine aktuelle Email eine Nachricht. Obwohl ich bereits die Hoffnung aufgegeben habe, dass von dieser Seite Hilfe zu erwarten ist.
    Auch der derzeit behandelnde Orthopäde vermutet einen Behandlungsfehler.
    Der Hausarzt besitzt die entsprechende Ausbildung. Allerdings behebt er lediglich die Blockaden der BWS. Hierin findet sich dann eine Beruhigung für kurze Dauer und leider sind diese Behandlungen sehr schmerzhaft.
    Ich suche einen Weg aus diesem Teufelskreis und bin für jeden Rat dankbar.

  5. Ich würde an Ihrer Stelle den Therapeuten direkt aufsuchen und um eine erneute Untersuchung und Einschätzung der Lage bitte, nicht nur per Mail. Nach dem Schümperli Verfahren (mittels Massagegerät) kann man recht leicht „nachbessern“.
    Je nachdem wieviel Vertrauen du zu dem Therapeuten hast. Sonst einen anderen Therapeuten aufsuchen und um Rat bzw. Lösung bitten.

    Der Orthopäde könnte nochmal Röntgen um zu schauen wie der Atlas bzw die anderen Halswirbel aktuell sitzen.

  6. Danke für die schnelle Antwort.
    Vertrauen? Nein!
    Telefonkontakt? Es hat sich gezeigt, dass nur der schriftliche Nachweis eine Aussage hat. Auch dies nur begrenzt, weil Auslegungssache? Der Therapeut teilt mir jetzt mit, dass ich der erste Patient bin, der so etwas schreibt und man dies mit Sicherheit nicht auf die Atlastherapie schieben kann, da zuvor ja schon Beschwerden bestanden…….
    Leider findet sich in dieser Organisation kein weiterer Ansprechpartner.
    So hatte ich mich vor einiger Zeit an ein Atlas-Forum gewandt, in der Hoffnung hier Ratschläge zu bekommen und vielleicht dort einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner/ Therapeuten zu finden. So weit ist es dann gar nicht gekommen, da man mir gleich zur Begrüßung mitteilt: „Sie können nicht einen FIAT kaufen und dann mit ihrem Probleme zu Porsche gehen.“
    Eine Frage zur Schümperli-Methode: Den Informationen im Netz zufolge sind hier mitunter spürbare Reaktionen auch erst nach Monaten möglich. Wie ist das zu verstehen? Und wie verhält sich der Patient dann?

  7. Die Frage ist was dir wichtig ist, eine Aussage oder dass es dir besser geht?
    Sicherlich das Zweite, denke ich.

    Daher würde ich immer direkt den persöhnlichen Kontakt suchen für optimale Einschätzung der Lage. Hier ist aber natürlich Vertrauen wichtig. Ohne ihn in Schutz nehmen zu wollen, jeder macht mal Fehler und einige schaffen es diese einzugestehen, zu beheben und daraus zu lernen.

    Die Sache mit dem Forum finde ich komisch und wundert mich etwas. Ich weiß nicht wie es bei dir in der Gegend aussieht, vielleicht findet sich im Umkreis noch ein weiterer Therapeut, den man aufsuchen kann. Sonst vielleicht dafür mal etwas weiter fahren.

    Schümperli ist das was ich als zweites gemacht habe. Zunächst fühlt es sich sehr entspannt an, kein Wunder, nach der Massage mit dem Massagestab. Eine größere Verbesserung habe ich aber, wie oben zu lesen, erst nach einiger Zeit gemerkt. Nicht die gewünschte Verbesserung, aber mein Problem (Müdigkeit) scheint einfach woanders von zu kommen (Atlastherapie war nur ein Versuch).
    Warum dauert es lange? Die Erklärung seitens der Therapeuten (die für mich Sinn macht) ist, dass durch den veränderten Atlaswirbel, sich der Rest der Wirbelsäule erstmal wieder neu einstellen muss, Stück für Stück also die einzelnen Wirbel sich noch etwas anpassen. Dies dauert eben. Sofern du dich nach der Therapie anders bewegst (und sei es unbewusst) werden irgendwann natürlich auch die Muskeln sich in der Stärke ändern, wodurch du somit evtl. erst nach Monaten einen Unterschied merkst.

  8. Besten Dank für die ausführliche Info.
    Ich habe mir nun auch die Erfahrungsberichte nach Schümperli angesehen.
    Nein, auch in diese Methode kann ich kein Vertrauen mehr finden.
    Solche Behandlungsmethode werde/ würde ich nie wieder anwenden lassen.
    Bedenke ich, dass ich den Atlasreflextherapeuten auf Anraten eines HNO-Arztes aufgesucht habe…. Und nun ist keine professionelle Hilfe zu finden. Das ist alles so fürchterlich.

  9. Ich kann verstehen, dass das Vertrauen erschüttert ist. Die Frage am Ende des Tages ist aber, willst du wieder gesund werden? Und wenn du dafür über deinen Schatten springen musst und es erneut zu versuchen, dann wäre das doch ok oder?

    Erinnert mich an Spritzen in den Fuß. Dabei habe ich ein extrem schmerzhaftes Erlebnis gehabt (schlimmster Schmerz meines Lebens bisher) und wollte es nie wieder machen. Dann hat mich ein anderer Orthopäde doch überredet, einfach weil ich eine Besserung wollte. Und die Spritze von ihm war lächerlich im Vergleich zum ersten Versuch und ich habe mich vorher umsonst gefürchtet.

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