Plantarfasziitis mit Hohlfuß

Plantarfasziitis HohlfußEine Plantarfasziitis beschreibt eine Entzündung der, wie der Name schon sagt, Plantarfaszie, einer Sehnenplatte unter dem Fuß. Im schlimmsten Fall kann diese einen Fersensporn (Kalkbildung vor dem Hacken) auslösen.

Der Hohlfuß ist auf dem Bild deutlich zu sehen. Dabei wird die Plantarfaszie zusätzlich beansprucht, wodurch der Heilungsprozess einer Entzündung erschwert wird.

Was hat bei mir geholfen?

Einmal vorweg für die Langzeitgeplagten, was hat mir am Ende geholfen?

Leider noch nichts, das Problem besteht nach wie vor. Aber es gab Tendenzen und Besserungen:

  • Dehnen, unglaublich wichtig. Mindestens mehrfach täglich mit dem Vorderfuß auf einer Treppenstufenkante stehen und somit „hinten“ dehnen
    Zu empfehlen auch ein Fußbrett auf welches man sich täglich stellen kann. Bei mir zu Beginn große Schmerzen, die aber nach ca. zwei Wochen radikal besser wurden
    Ebenfalls eine Blackroll mit welcher ich mein Bein bzw die Muskeln und Faszien bearbeitet habe (hier dauerte es aber viele Wochen). Empfehlenswert ist hierbei eine kleine Rolle für den Unterschenkel und eine große Rolle für den Oberschenkel.
  • Einlagen. Und nicht unbedingt nur die „Billig“-Einlagen vom Orthopäden. Besser genaue Analyse (evtl. inkl Laufbahnanalyse) und daraufhin feste(!) Einlagen erstellen lassen.
  • Strahlenbehandlung
    Ca. 2-3 Monate nach der Behandlung trat große Besserung auf, siehe Kapitel unten

1.1 Krankheitsbild Plantar Fasziitis

Wie entsteht und wie äußert sich die Plantar Fasziitis? Die Entstehung kann mehrere (oder nur einen) Gründe haben. Meist ist zu starker Druck auf den Fuß der Grund. Dies kann zB durch Übergewicht oder falsches Training (zu starke Belastung des Vorderfußes) ausgelöst werden. Beim Hohlfuß ist die Sehnenplatte durch die Fußform grundsätzlich vorbelastet, wodurch eine Plantar Fasziitis sehr leicht ausgelöst werden kann.

1.2 Krankheitsbild Hohlfuß

HohlfußEin Hohlfuß ist meist angeboren. Der Fuß ist dabei verformt, so dass als Druckpunkt zum Boden nur die Zehen, der Vorderfuß, sowie der Hacken nutzbar sind. Die führt häufig zu Fußschmerzen und begünstigt ein Umknicken und somit Verstauchungen. Häufig werden Einlagen verschrieben, welche den Betroffenen Linderung geben, das Problem jedoch nicht lösen. Hierzu werden neben Fußübungen auch Barfuß-Laufen empfohlen.

Durch den Hohlfuß sind die Muskeln und Sehnen im Fuß mehr belastet als bei normaler Fußform. Somit begünstigt der Hohlfuß eine Plantar Fasziites und führt zu einen längerem und schwierigerem Heilungsprozess.

2. Behandlung

Grundsätzlich ist der Besuch beim Arzt bzw. Orthopäden dringend empfohlen. Eine kleine Entzündung bei normaler Fußform lässt sich aber meist selbst schnell behandeln.

Mögliche Behandlungsmethoden:

  • Dehnen des Fußes, Unter- und Oberschenkels
  • Orthopädische Einlagen
  • Kinesio-Tapes
  • Elektrotherapie
  • Schockwellentherapie
  • NSAR Tabletten (Nichtsteroidales Antirheumatikum, zB Ibuprofen,. Diclofenac, Meloxicam)
  • Akupunktur
  • Cortisonspritze
  • Strahlenbehandlung
  • Operation (nur bei starkem Fersensporn)

Zusätzlich: Nahrungsergänzung

Nahrungsergänzungsmittel können den Körper im Heilungsprozess unterstützen. Grundsätzlich sollte jedoch eine gesunde Ernährung diese nicht notwendig machen. Möchte man dennoch zusätzliche Präparate zu sich nehmen, um den Heilungsprozess der Plantar Fasciitis zu unterstützen, sind die folgendem hilfreich.

  • Omega 3 Fettsäuren (zB in Fischöl)
  • Enzyme (zB Wobenzym oder Orthomol Tendo)
  • MSM
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Basentabletten (zB tri.balance)

2.1 Dehnen des Fußes, Unter- und Oberschenkels

Dehnen ist ein sehr wichtiger Prozess um die Heilung zu unterstützten. Es sollte grundsätzlich immer gedehnt werden, egal welche andere Methode angewendet wird.

Wichtig ist zudem aber auch die verklebten Faszien vorher(!) zu lösen. Dies geschieht zB mit einem Fußbrett und/oder einer Blackroll. Dieser Vorgang ist zunächst langwierig und schmerzhaft.

2.2 Orthopädische Einlagen

Einlagen werden häufig zuerst verschrieben. Diese versprechen zunächst Linderung im täglichen Gebrauch oder beim Sport (hierfür gibt es auch spezielle Sporteinlagen). Wichtig ist eine Fersenpolster im hinteren Bereich sowie eine Art Höcker im mittleren Bereich für die Entlastung durch die, vom Hohlfuß bedingte, Fußform.

Tipp für individuelle Einlagen: www.insoledesign.de

Sporteinlage

Sporteinlage von der Kasse

Kriwat Einlage

Speziell angefertigte Einlage von Kriwat

Bei dem Fußspezialist Kriwat in Hamburg habe ich neben einer Laufbandanalyse auch Einlagen erstellen lassen. Im Vergleich zu der Kasseneinlage (Zuzahlung bei Rezept <20€) ist diese wesentlich stabiler und passt besser und fühlt sich viel besser an. Dafür ist die Zuzahlung bei Rezept teurer (~50€), aber sein Geld wert.

2.3 Stoßwellen Therapie

Ein kurzes Erklärungsvideo des NDR:

Genauere Informationen unter gelenk-klinik.de.

2.4 Akupunktur

Akupunktur FußAkupunktur ist ebenfalls eine Möglichkeit den Körper bei der Heilung zu unterstützen.

Meist wird die Akupunktur 6- 10 Mal durchgeführt. Pro Sitzung dauert es ca. 20 Minuten. Dabei werden ca. 15 Nadeln gesetzt. Die meisten in den Fuß, einige ins Bein und evtl. noch in die Hand, Ohr oder Kopf.

Das Einsetzen der Nadeln ist nicht bis sehr wenig schmerzhaft.

Nach den Sitzungen dauert es ca. 6 – 8 Wochen, bis die Akupunktur ihre volle Wirkung erzielt hat.

2.5 Cortison Spritze

Cortison ist ein Steriodhormon, welches, vereinfacht gesagt, entzündungshemmend ist. Mittels einer Spritze kann es direkt an die betroffene Stelle der Enzündung eingesetzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Ursache nicht behoben wird.

Die Behandlung ist sehr schmerzhaft, da sich an der Fußunterseite viele empfindliche Nerven befinden. Zunächst wird die Haut betäubt, um den Schmerz beim Einstich der Betäubungsspritze zu verringern. Diese wiederum ist notwendig, da die Cortisonspritze tief in den Fuß eindringen muss. Die Schmerzen können nach der Behandlung zunächst stärker werden, sollten nach einem Tag aber abschwächen. Blutungen unter der Haut und gereizte Haut sind normal.

Die Spritzen sind jedoch risikobehaftet, so dass die Entscheidung sorgsam und mit Rücksprache des Arztes (der den Eingriff sowieso durchführt) getroffen werden sollte.

Weitere Informationen: Apotheken Umschau

2.6 Strahlenbehandlung

Bei der Strahlentherapie werden, wie bei einer Krebsbehandlung, ionisierte Röntgenstrahlen auf die betroffenen Stellen geschossen. Diese bewirken eine nachhaltige Durchblutungssteigerung und mindern somit die Schmerzen. Somit wird die Schonhaltung, welche der Betroffene zwangsläufig einnimmt, gemindert. Zudem unterstützt die Durchblutung den Heilungprozess. Kurzfristig kann die Strahlentherapie die Schmerzen jedoch verstärken.

„Die Bestrahlung kommt für Fersensporn-Patienten infrage, bei denen die konventionelle Therapie und auch die Gabe von Schmerzmitteln nicht geholfen haben“
Professor Jürgen Dunst, DEGRO-Präsident und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Uni Lübeck

Der Vorgang selbst dauert nur wenige Minuten, es sind mehrere Termine notwendig. Die Strahlendosis kann varieren, oft werden 3 oder 6ngram genutzt. Zunächst kann die Entzündung schlimmer werden, dies ist dem Heilungsprozess geschuldet. Es kann bis zu drei Monate dauern, bis die volle Wirkung erreicht ist.

Ich selbst habe drei Wochen a zwei Behandlungen gehabt. Nachdem es zunächst während der Strahlenbehandlung schlimmer wurde, gings einige Wochen besser, dann kurzzeitig wieder schlimmer und nach über zwei Monaten wurde es besser. Die Schmerzen und das Ziehen im Fuß verschwand, jedoch war die Faszie weiterhin angespannt (Druck mit Daumens auf die Faszie). Inzwischen ist die zweite Behandlung in Gange.

Weitere Informationen: http://www.greif.de/downloads/info_fersenschmerz.pdf

3. Vorbeugung

Eine Möglichkeit den Fuß gegenüber der Entzündung der Plantarfaszie und vor allem dem Hohlfuß vorzubeugen wäre es Barfuß zu gehen / laufen:

4. Weitere Informationen

Was hilft gegen Fersenschmerz

https://de.wikipedia.org/wiki/Plantarfasziitis

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